Keine grüne Gentechnik im Neckar-Odenwald-Kreis

Wie unterstützt die Politik dieses Anliegen vieler Bürger und Bürgerinnen fragt sich der Runde Tisch gentechnikfreier Neckar-Odenwald-Kreis

Auf seiner ersten Sitzung des Jahres warf  Amelie Pfeiffer, Sprecherin  des Runden Tisches gentechnikfreier Neckar-Odenwald-Kreis zunächst den Blick ein Jahr zurück. Die vier Bundesabgeordneten des Wahlkreises stellten sich im März 2014 im Landwirtschaftsamt den kritischen Fragen der Gentechnikgegner. Nach einer umstrittenen Bundestagsabstimmung machten sie alle deutlich, dass sie den Minimalkonsens des Runden Tisches, "kein Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) im Neckar-Odenwald-Kreis (NOK)" voll unterstützen.

MdB Alois Gerig, CDU, hob hervor, dass nicht nur ein GVO-freier NOK sondern eine GVO freie Bundesrepublik angestrebt werden sollte.  Ende des Jahres 2014 haben sich die EU Gremien auf eine Ausstiegsklausel (opt out-Regelung) geeinigt, die es einzelnen Mitgiedsstaaten ermöglicht, den Anbau einer EU weit zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanze auf seinem Hoheitsgebiet zu verbieten. Diese Regelung wird in Kürze in Kraft treten, dann muss die Bundesregierung einen Gesetzentwurf dazu erstellen.  Da mit dieser neuen Regelung weiterhin viele Fragen offen bleiben, wird der Runde Tisch gentechnikfreier Neckar-Odenwald-Kreis erneut die Bundestagsabgeordneten zu einem Gespräch bitten, um sich diesen zu stellen. Ob es ein bundesweites Verbot geben werde oder ob die Länder die Anbauverbote verhängen? Wie wird die Regierung in Zukunft bei weiteren EU - Zulassungen weiterer gentechnisch veränderter Pflanzen abstimmen? Wie wird man sich vor Verunreinigungen an Ländergrenzen schützen können ?
Dass letztendlich das Einkaufsverhalten darüber entscheide, ob unsere Landwirtschaft gentechnikfrei bleibt, machte Bernhard Stoll, Leiter des Kraftfutterwerks der ZG Raiffeisen in Kehl in seinem Vortrag auf Einladung des Runden Tisches und  der evangelischen Landeskirche im April 2014 deutlich. Zu einem Genussabend der kulinarischen Art lud der Runde Tisch GVO freier NOK im Juni in das Hotel Prinz Carl in Buchen. Es wurde im bis zum letzten Platz gefüllten Restaurant  ein brasilianisches Fair Trade Menue auf die Tische gezaubert. Auch im Fairen Handel wird grundsätzlich auf den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen verzichtet. Das Fair Trade Menue 2015 findet am 17. April im Prinz Carl, Buchen, statt. Kulinarisch wird es nach Indien führen, Anmeldungen werden bereits angenommen. Im Oktober 2014 hatte  wieder jeder die Möglichkeit an der Aktion "Zukunft säen" teilzunehmen und in Gemeinschaft mit dem Landwirt Frank Fellmann Getreide auszusäen. Dabei wurde auf die Bedeutung von freiverfügbaren, vielfältigem Saatgut  als Grundvoraussetzung für eine unabhängige, zukünftsfähige Landwirtschaft hingewiesen. In diesem Jahr wird die Aktion Zukunft säen am 12. Oktober 2015 stattfinden.
Im November wurde die Agrogentechniktagung  des Aktionsbündnisses gentechnikfreier Landwirtschaft in Stuttgart besucht. Hier wurde die Stuttgarter Erklärung gegen Gentechnik verabschiedet, die auch am Runden Tisch gentechnikfreier Neckar-Odenwald-Kreis  weitgehende Zustimmung fand. Neben gentechnikfreier Äcker in Baden-Württemberg sollte das Einfallstor der gentechnisch veränderten Futtermittel geschlossen  werden. Kennzeichnungspflicht und Einkaufsleitfaden sollen Verbraucher unterstüzten, Lebensmittel ohne Gentechnik nachzufragen, so dass Landwirte sie produzieren können. (Stuttgarter Erklärung)