Gemeinsames Projekt von Imkern und Landwirten am Runden Tisch gvo freier NOK initiert

Erfolgreiche Demonstration von Droplegdüsen auf einem Rapsacker von Albert Gramling in Merchingen

"Mehr miteinander als übereinander reden" , das war ein Aufruf von Dr. Klaus Wallner , wissenschaftlicher Mitarbeiter der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim an Imker und Landwirte, um gegenseitiges Verständnis für einerseits erforderliche Maßnahmen der Bauern und  auf der anderen Seite Sorgen der Bienehalter besser zu verstehen.  Nur daraus können kreative Ideen entspringen,  wie die von ihm für den Rapseinsatz weiterentwickelte  Droplegdüsen für Spritzgeräte.  Mit dieser Technologie können Pflanzenschutzmittel insbesondere die kritisch gesehene Spritzung während der Rapsblüte sehr nützlingsschonend ausgebracht werden.

Da das Pflanzenschutzmittel mittels senkrecht nach unten hängenden, flexiblen Röhren und daran befestigten seitlich bzw. nach oben  ausgerichteten  Düsen in den Bereich unterhalb der Blüte gespritzt wird, ist gewährleistet, dass kein Wirksoff in die Blüte gelangt. Somit entsteht eine "win-win" Situation, die Rapspflanze ist gegen Rapskrebs oder Schädlinge geschützt, Bienen und Insekten werden geschont, Honig bleibt frei von möglichem Wirkstoffeintrag.

Um die 40 Zuschauer hörten zunächst die interessanten Vorträge von Dr. Klaus Wallner und Herrn ... Glaser von der LTZ Augustenberg zu, der die Technik und seinen Einsatz erklärte, bevor Albert Gramling , Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, mit der mit Droplegdüsen ausgestattete Spritze durch sein Rapsfeld fuhr und demonstrierte, dass die Düsen die Rapspflanzen nicht schädigen und zu das zu Demonstrationszwecken genutzte Wasser den Blütenbereich nicht erreichte.

Nachdem der Neckar-Odenwald-Kreis zur Bio-Musterregion gekürt wurde, die biologische Landwirtschaft gestärkt werden soll um Artenrückgang und Klimwandel entgegenzuwirken, hat sich der 2011 gegründete Runde Tisch gentechnikfreier Neckar-Odenwald-Kreis wieder zusammengesetzt, um  über Partei- und Konfessionsgrenzen, zwischen Naturschutz und Landwirtschaft  hinweg miteinander ins Gespräch zu  kommen.  "Die Frage der Gentechnik in der Landwirtschaft sei ja nur ein Stellvertreter einer industriell ausgelegten Landwirtschaft und fraglich ob wir diese hier im Neckar-Odenwald-Kreis mit einer bäuerlichen Landwirtschaft geprägten Region überhaupt brauchen", so Amelie Pfeiffer, eine der Mitinitiatorinnen der Initiatve. Es gehe vielmehr darum, "die Wertschätzung der Landwirtschaft insgesamt, ob biologisch oder konventionell in den Zeiten in den Landwirtschaft von Umwelt- und Naturschutzverbänden und Teilen Bevölkerung kritisch gesehen wird, durch ein Aufeinander zugehen wieder zu erhöhen", so der Sprecher Rolf Brauch, evang. Landeskirche.  

Bereits im ersten Treffen mit Vertretern der biologischen und  konventionellen Landwirtschaft, der Landwirtschftsverwaltung, dem Landschaftserhaltungsverbandes, der evangelischen Kirche und den Imkern kam von Klaus Müller,  Kreisvertreter des Landesverbandes der badischen Imker, die Idee auf, sich mit der Neuentwicklung der Droplegdüsen der Landesanstalt für Bienenkunde zu befassen. Andres Sigmund, Geschäftsführer des Kreisbaunverbandes, gelang es aus der Idee diesen erfolgreichen Feldtag zu organsieren. Nicht nur konnte Dr. Wallner aus Hohenheim für die Veranstaltung gewonnen werden, auch unterstützte das LTZ Augustenberg im Rahmen eines Pilotprojektes mit einer finanziellen Unterstützung dieAnschaffung der neuartigen Düsen, so dass Albert Gramling, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, sich bereit erklärte, die Düsen anzuschaffen und im Rahmen einer Demonstraion auf seinem Rapsfeld vorzuführen. Hiermit machte er deutlich, dass auch konventionelle Landwirte ihren Beitrag zum Naturschutz leisten wollen, wenn wie in diesem Fall alle Seiten davon profitieren.
Amelie Pfeiffer verabschiedete die vielen interessierten Besucher, die im Rahmen einer Diskussion von den hochkarätigen Referenten ausführliche Antworten erhielten, mit dem Dank an alle Anwesenden und dem Wunsch , dass weitere gemeinschaftliche Ideen vom Runden Tisch gvo freier Neckar-Odenwald-Kreis ausgehen werden.